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Einmal im Jahr steht sie an: Die FEM-Prüfung (ehemals UVV) dient der Unfallverhütung im Betrieb. Mit ihr werden Zustand und Ausrüstung von Flurförderfahrzeugen kontrolliert – im Hinblick auf Sicherheit, Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit. Ist bei Ihren Staplern alles einwandfrei, erhalten sie eine Prüfplakette. Anderenfalls muss nachgebessert werden.

FEM-Prüfung – gesetzliche Grundlage

Die regelmäßige Prüfung von Flurförderzeugen ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie ist sozusagen der „TÜV“ für Gabelstapler und Hubwagen und sollte mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden. Die FEM-4.004-Prüfung ersetzt die frühere UVV-Prüfung. Sie verhindert Unfälle und beugt einer Gesundheitsgefährdung des Personals durch fehlerhafte oder beschädigte Flurförderzeuge vor.

Die Richtlinie FEM 4.004 beruht auf der Grundlage der Berufsgenossenschaftlichen Vorschrift BGV D27und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). In der Prüfung werden einzelne Bauteile des Flurförderfahrzeugs auf ihren Zustand beurteilt und begutachtet. Geprüft werden:

  • Beschädigungen
  • Verschleiß
  • Korrosion
  • sonstige Veränderungen und Mängel

Außerdem umfasst die FEM-Prüfung die Vollständigkeit und Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen. Generell müssen Unternehmer Nachweise über die FEM-Prüfung führen. Bei der Prüfung von Handhubwagen muss laut BGV D27 jedoch nur auf Verlangen ein Nachweis geführt werden.

Die Ergebnisse der FEM-Prüfungen sind in einem entsprechenden Prüfbuch festzuhalten. Dieses muss Datum und Umfang der Prüfung mit der Angabe des Ergebnisses enthalten. Festgestellte Mängel oder eventuell noch ausstehende Teilprüfungen sind ebenfalls einzutragen. Zudem muss die prüfende Person eine Beurteilung dazu schreiben, ob einem Weiterbetrieb des begutachteten Flurförderfahrzeuges Bedenken entgegenstehen. Angaben über mögliche Nachprüfungen sind ebenso festzuhalten wie Name und Anschrift des Prüfers.

Umfang der FEM-4.004-Prüfung für Flurförderfahrzeuge

Bei der FEM-Prüfung stehen Ausrüstung und Zustand des Flurförderfahrzeugs im Fokus. Verschiedene Fahrzeugbereiche werden dazu einer gründlichen Sicht- und Funktionskontrolle unterzogen. Dazu zählen Fahrwerk, Antrieb, Fahrerschutz und weitere Bestandteile des Staplers.

Fahrwerk und Antrieb

Hier werden folgende Bereiche überprüft:

  • Lenkung
  • Bremsen (sowohl die Fahr- als auch die Feststellbremse)
  • Räder
  • Fahrgestell
  • Schalter und Warneinrichtungen
  • Antrieb (elektrischer Antrieb oder Verbrennungsmotoren)

Sofern Anhänger mit dem Flurförderzeug verwendet werden, erfolgt auch bei diesen eine Prüfung der Fahrwerk- und Kupplungsgestänge.

Fahrerschutz

Geprüft wird im Rahmen der FEM-4.004-Prüfung der Fahrerstandschutz bei Standflurförderzeugen. Auch das Schutzdach für den Fahrer und Lastschutzgitter, sofern diese vorhanden sind, werden auf ihren Zustand und ihre Stabilität hin überprüft.

Sonstiges

Sonstige Bauteile, die bei der FEM-Prüfung kontrolliert werden, sind unter anderem:

  • Sitz und Haltegriffe für Mitfahrer
  • die Beleuchtungsanlage
  • Beschilderungen
  • das Traglastdiagramm
  • die Anhängevorrichtung

Bei gasbetriebenen Fahrzeugen ist neben der FEM-Prüfung zudem eine Abgasprüfung gesetzlich vorgeschrieben, die zusätzlich halbjährlich durchgeführt werden muss.

Bedeutung der Flurförderzeuge-Prüfung nach FEM 4.004

Mit der jährlich durchzuführenden FEM-Prüfung erfüllen Unternehmer nicht nur gesetzliche Vorschriften, sondern tragen maßgeblich zur Sicherheit im Unternehmen bei, denn der gefahrlose Betrieb eines Staplers oder eines anderen Flurförderzeugs hängt entscheidend von dessen Zustand ab. Versagen die Bremsen, die Lenkung oder andere Bauteile, verursacht das unter Umständen schwere Unfälle.

Darüber hinaus bietet die FEM-4.004-Prüfung weitere Vorteile:

  • Ausfallsicherheit der Flurförderzeuge
  • Werterhaltung der Fahrzeuge – dadurch auch wirtschaftliche Vorteile
  • Anpassung an die kontinuierliche Entwicklung der Flurfördertechnik

Wer darf die FEM-Prüfung durchführen?

Die Prüfung von Flurförderzeugen nach der Richtlinie FEM 4.004 darf nur von erfahrenen Sachverständigen durchgeführt werden. Die Organisation des Sachverständigen-Besuchs im Unternehmen kann dazu recht aufwändig sein. Der Jungheinrich Sicherheits-Service unterstützt Sie deshalb dabei, alle gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen termingerecht einzuhalten. Dazu zählen neben der jährlich vorgeschriebenen FEM-Prüfung auch die Abgasuntersuchung oder Gasprüfung. Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf: Wir begleiten Sie zuverlässig durch den Paragraphen-Dschungel.

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sturti