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Lithium-Ionen-Akkus sind die leistungsfähigsten Energiespeichermedien, die es derzeit auf dem Markt gibt. Die Akkumulatoren weisen eine sehr hohe Energiedichte auf, die es ermöglicht, auch bei vergleichsweise kompakter Bauweise hervorragende Leistungen zu erbringen. Aus diesem Grund finden sie nicht nur in Tablets oder Digitalkameras Verbreitung, sondern auch für den Betrieb von elektrisch angetriebenen Flurförderfahrzeugen. Hier überzeugen die Kraftpakete zusätzlich damit, dass sie im Gegensatz zu anderen Batterie-Technologien zu jeder Zeit zwischengeladen werden können, sodass auch die Arbeit im Mehrschichtbetrieb bewerkstelligt werden kann.

Ermöglicht wird das durch den Aufbau und die Funktionsweise der Lithium-Ionen-Batterien: Zwischen einer positiven Elektrode aus je nach Akku-Typ unterschiedlich zusammengesetztem Metalloxid und einer negativen Elektrode aus Graphit bewegen sich ionisierte Lithium-Atome durch wasserfreies Elektrolyt oder Polymer. Ein Separator aus Vliesstoffen oder Polymer-Folien verhindert Kurzschlüsse im Innern der Akkus. Diese Bauweise, bei der elektrische Energie durch chemische Prozesse im Innern des Akkus gespeichert und für Elektro-Stapler oder andere Fahrzeuge nutzbar gemacht wird, bietet viele Vorteile:

  • Die Batterien können besonders hohe Stromstärken zur Verfügung stellen, sodass auch energieintensive Arbeitsvorgänge wie das Heben oder Verfahren hoher Lasten möglich sind.
  • Positiv ist auch der kaum noch vorhandene sogenannte Memory-Effekt bei Lithium-Ionen-Akkus. Batterien älterer Generationen verloren aufgrund des Effekts, der durch häufiges Teilentladen entsteht, kontinuierlich an Leistung. Bei Lithium-Ionen-Batterien fällt dieser jedoch so gering aus, dass auch bei längerem Betrieb die Kapazität konstant bleibt.
  • Das verlängert auch insgesamt die Lebensdauer der Lithium-Ionen-Akkus im Vergleich zu anderen Batterie-Technologien.

Der richtige Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus

Wie jede Technologie haben auch Lithium-Ionen-Akkus nicht nur Vor- sondern auch Nachteile. Diese zeigen sich vor allem in einer gewissen Temperaturempfindlichkeit: Trotz einer vergleichsweise sehr niedrigen Selbstentladung von nur 1–2 % im Jahr, neigen Lithium-Ionen-Batterien bei Arbeits- und Lagertemperaturen von weniger als +5° Celsius und mehr als +35° Celsius zu einer Tiefentladung, durch die irreparable Schäden an den Batterien entstehen können. Die allermeisten Lithium-Ionen-Akkus verfügen daher über eine integrierte Steuerelektronik, die eine Tiefentladung effektiv verhindert.

Zusätzlich zeigt sich das verbaute Lithium als sehr reaktionsfreudig. Bei kritisch defekten Akkus kann es durch eindringendes Wasser oder eine bereits zu hohe Raumluftfeuchtigkeit zur Überhitzung kommen, durch die eine Brandentwicklung begünstigt wird. Auch eine zu hohe Umgebungstemperatur fördert die Instabilität der Akkus. Aus diesem Grund sind Lithium-Ionen-Akkus vom Gesetzgeber als Gefahrgut eingestuft. Für den Transport und das Laden der Lithium-Ionen-Batterien müssen deshalb geeignete Lager- und Ladeeinrichtungen vorgehalten, sowie bestimmte Sicherheitsvorschriften zum Brandschutz eingehalten werden. Für die Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus wird außerdem angeraten, den aktuellen Sicherheitsempfehlungen zu folgen.

So sollten die Akkus beispielsweise nur in dafür vorgesehenen Gefahrstoffschränken unter geeigneten Umgebungstemperaturen geladen und gelagert werden. Hinsichtlich der Entsorgung und dem Recycling von Lithium-Ionen-Akkus sind die Vorschriften aus den Entsorgungsgesetzen zu berücksichtigen. Ein großflächig standardisierter Recyclingprozess existiert für Lithium-Ionen-Akkus, besonders für Kleinladungsträger, noch nicht. Hier bieten die Rücknahmepflicht der Hersteller und Rücknahmesysteme wie CCR Rebat, Ökorecell oder ERP geeignete Entsorgungsoptionen für Betriebe, die Lithium-Ionen-Akkus nutzen. Bei korrekter Handhabung können die Lithium-Ionen-Akkus so sicher und verlässlich im Betrieb eingesetzt werden und erreichen eine hohe Lebensdauer mit bis zu 800 möglichen Ladezyklen. 

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