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Ein großer Vorteil von Gabelstaplern ist ihr geringer Aktionsradius, mit dem sie in Lagergängen oder auf Ladeflächen Wendemanöver und enge Kurven sicher bewältigen können. Möglich wird das durch eine spezielle Lenkung, die den Gabelstapler selbst bei beengten Platzverhältnissen und mit hohem Lastgewicht manövrierfähig hält.
In diesem Beitrag lesen Sie, wie die Lenkung eines Staplers im Detail funktioniert, welche Varianten es gibt und für welche Einsatzmöglichkeiten diese im Betriebsalltag besonders geeignet sind.
Gabelstapler-Lenkung: Das Wichtigste in Kürze
- Grundprinzip: Gabelstapler nutzen eine Hecklenkung mit beweglicher Hinterachse, die einen kleinen Wendekreis und eine stabile Gabelposition ermöglicht.
- Lenkungssysteme: Mechanisch-hydraulische Systeme sind robust und wartungsarm, während elektrisch-hydraulische Systeme komfortabler sind.
- Lenkungsarten: Dreirädrige Stapler sind sehr wendig und damit optimal für enge Räume, vierrädrige Gabelstapler bieten mehr Stabilität für schwere Lasten. Vierwegelenkungen ermöglichen hingegen seitliches Fahren ohne Wenden.
- Planung: Der Wendekreis und das ausschwenkende Heck müssen bei der Gangbreitenplanung berücksichtigt werden, da sich die notwendige Arbeitsgangbreite insbesondere bei Kurvenfahrt ändern kann.
- Sicherheit: Die Lenkung muss regelmäßig nach DGUV Vorschrift 68 geprüft werden. Das Fahrpersonal benötigt eine qualifizierte Schulung für das jeweilige Lenkungssystem.
- Einsatz: Vierradstapler eignen sich universal, während spezialisierte Lenkungen je nach Lagerstruktur und Arbeitsaufgaben gewählt werden sollten.
Wie funktioniert die Lenkung beim Gabelstapler?
Eine grundlegende Besonderheit beim Gabelstapler ist, dass die Lenkung in der Regel über eine bewegliche Hinterachse erfolgt. Hier liegt ein entscheidender Unterschied zu Pkw und Lkw, bei denen in erster Linie mit der Vorderachse gelenkt wird.
Die Hinterachslenkung der Flurförderzeuge hat den Vorteil, dass die starre Vorderachse so stärker belastet werden kann und dadurch zu einer insgesamt hohen Tragfähigkeit beiträgt. Weitere Vorteile der Hecklenkung:
- Die Hinterachslenkung ermöglicht einen geringen Wendekreis, der das Rangieren und Fahren in engen Lagergängen vereinfacht.
- Die durch das beladene Hubgerüst belastete Vorderachse wird nicht durch zusätzliche Bewegungen destabilisiert.
- Die Hecklenkung ermöglicht eine präzise Ausrichtung der Staplergabel, da sie bei Bewegungen des Hecks in einer ruhigen, stabilen und dadurch vorhersehbaren Position bleibt.
Mechanische vs. elektrische Lenkung bei Gabelstaplern
Die hydraulische Lenkunterstützung gehört inzwischen besonders bei leistungsfähigen Gabelstaplern zum technischen Standard. Dabei wird die Bewegung des Lenkrads mithilfe von Hydrauliköl in einem Pumpzylinder auf die Räder übertragen.
Das minimiert den Kraftaufwand beim Lenken und ermöglicht, dass die Räder eines schwer beladenen Staplers selbst im Stand in die gewünschte Richtung bewegt werden können. Auf diese Weise wird höchste Wendigkeit gewährleistet, ohne die Standsicherheit des Staplers durch die Lenkung zu gefährden.
Unterschiede gibt es hingegen in der Art und Weise, wie die Lenkung angesteuert wird. Unter diesem Gesichtspunkt werden mechanisch-hydraulische und elektrisch-hydraulische Lenkungen unterschieden:
- Mechanisch-hydraulische Lenkung: Dreht die Bedienperson das Lenkrad des Gabelstaplers, wird diese Bewegung mechanisch über eine Lenksäule auf das Lenkventil übertragen. Das Ventil steuert die Bewegung des Hydrauliköls im Lenkzylinder, die wiederum die Bewegung der Räder auslöst. Diese Art der Lenkung findet sich eher bei älteren Staplern oder solchen im unteren Leistungssegment.
- Elektrisch-hydraulische Lenkung: Die Bewegung des Lenkrads wird von einem Sensor erfasst, der seine Daten an das Steuergerät sendet. Dort wird berechnet, wie stark die Räder bewegt werden sollen, und entsprechend der Zustrom des Hydrauliköls in den Lenkzylinder gesteuert. Moderne Elektro-Stapler sind in der Regel mit dieser Art der Lenkung ausgestattet.
Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile: Die mechanische Lenkung ist sehr robust und verhältnismäßig leicht zu warten, benötigt aber einen höheren Kraftaufwand und ist nicht so präzise wie die elektrisch-hydraulische Lenkung. Die elektrisch unterstützte Lenkung lässt hingegen eine variable Lenkübersetzung zu, ist komfortabler und kraftsparender für die fahrende Person, aber gleichzeitig mit einem höheren Wartungs- und Prüfaufwand verbunden.
Diese Elektro-Stapler gibt es bei Jungheinrich PROFISHOP:

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AntOn by Jungheinrich Elektro-Stapler CBH 3.0 mit Dreifach-Teleskop-Hubgerüst, Hubhöhe 4.800 mm, Tragfähigkeit 3.000 kg, Wetterschutzkabine Comfort, inkl. externem Ladegerät 80 V, 60 A, CEE, 5-pin
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AntOn by Jungheinrich Elektro-Stapler CBH 3.0 mit Dreifach-Teleskop-Hubgerüst, Hubhöhe 4.800 mm, Tragfähigkeit 3.000 kg, Wetterschutzkabine Eco, inkl. externem Ladegerät 80 V, 100 A, CEE, 5-pin
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AntOn by Jungheinrich Elektro-Stapler CBH 2.5 mit Zweifach-Teleskop-Hubgerüst, Hubhöhe 3.300 mm, Tragfähigkeit 2.500 kg, inkl. externem Ladegerät 80 V, 60 A, CEE, 5-pin
20.599,00* € / Stk.
Was gilt es bei der Lenkung von Gabelstaplern zu beachten?
Die Lenkung eines Gabelstaplers wirkt sich auf seine konkreten Einsatzmöglichkeiten und damit auch indirekt auf die Lagerplanung und Sicherheitsvorkehrungen im Betrieb aus. Die folgenden Aspekte, die mit der Lenkung im Zusammenhang stehen, müssen Sie beim Einsatz eines Gabelstaplers berücksichtigen:
- Die technischen Parameter und Maße eines Staplers müssen zu den Verkehrswegen im Betrieb passen. Wichtige Kenngrößen, die üblicherweise im Datenblatt des Gabelstaplers aufgeführt werden, sind hierfür der Lenkeinschlagswinkel und Wendekreis, die Gangbreite für die 90-Grad-Stapelung, der Heckschwenkradius und Radstand sowie die Spurweite und Lenkungsart.
- Bei der Gabelstapler-Lenkung sind besonders die Arbeitsgangbreite und die Kurvenverhältnisse zu beachten. Ein kurzer Radstand und ein großer Lenkeinschlagswinkel ermöglichen einen besonders kleinen Wendekreis, sodass die Fahrzeuge für enge Gänge geeignet sind. Gleichzeitig nimmt die Stabilität eines solchen Staplers mit zunehmender Geschwindigkeit und schwerer Ladung stark ab, was sich besonders in Kurven und bei Steigungen bemerkbar macht.
- Das Lenkverhalten verändert sich mit der Beladung, deshalb muss die Tragfähigkeit des Staplers jederzeit berücksichtigt werden. Zum Beispiel bewirken hohe Lasten größere Wendekreise und trägeres Lenkverhalten.
Welche verschiedenen Gabelstapler-Lenkungsarten gibt es?
Wie eingangs erwähnt, ist die Hecklenkung der Standard bei verschiedensten Staplerarten. Bei ihr erfolgt die Lenkung des Staplers über das Hinterrad bzw. die Hinterachse – abhängig davon, ob es sich um einen drei- oder vierrädrigen Gabelstapler handelt. In beiden Fällen ist die Vorderachse vollkommen starr. Aus dieser Konstruktion des Fahrwerks ergibt sich ein sehr kleiner Lenkradius.

3-rädrige Hecklenkung
Dreirädrige Stapler haben eine Vorderachse mit zwei Rädern und ein Hinterrad. Gelenkt wird hier ausschließlich durch die Bewegung des Hinterrads, das direkt angesteuert wird. Das führt dazu, dass Dreiradstapler besonders wendig sind und einen extrem kleinen Wendekreis haben. Der Radius entspricht bei vollem Einschlag des Lenkrads in etwa der Länge des Fahrzeugs. Vorteile hat das vor allem im Lagerbetrieb, auf glatten Böden und in engen Gängen. Für sehr schwere Lasten, unebene Böden und Außeneinsätze sind diese Stapler jedoch weniger geeignet.
4-rädrige Hecklenkung
Vierrädrige Stapler haben eine bewegliche Hinterachse, an der sich die zwei Hinterräder befinden. Dadurch vergrößert sich zwar der Wendekreis, gleichzeitig wird aber eine höhere Stabilität und Belastbarkeit erreicht. In vielen Fällen ist die Hinterachse nicht nur als Lenkachse, sondern auch als Pendelachse konzipiert. Die Hinterachse dreht sich also nicht nur um den zentralen Aufhängepunkt, sondern kann auch Pendelbewegungen ausführen. So bleiben beide Hinterräder immer am Boden, was die Stabilität erhöht und das Befahren von unebenen Böden ermöglicht. Durch diese Vorteile sind Vierradstapler vielseitiger einsetzbar und erreichen größere Traglasten und Hubhöhen als die kompakten, wendigen Dreiradstapler.
Sonderausführung: Vierwegelenkung
Bei einem Gabelstapler mit Vierwegelenkung (meist Schubmaststapler) sind alle vier Räder lenkbar. Auf Wunsch können sie um 90 Grad gedreht werden und ermöglichen das seitliche Heranfahren an Lagerregale oder Transportfahrzeuge, ohne dass der Stapler selbst gedreht werden muss. Er kann also einfach in der vorherigen Fahrtrichtung verbleiben und ohne Wendemanöver vorwärts, rückwärts oder seitwärts fahren.
Welche Auswirkungen hat die Lenkungsart beim Stapler auf das Fahrverhalten und die Manövrierbarkeit?
Mit welcher Lenkung ein Gabelstapler ausgestattet ist, hat Auswirkungen auf das Fahrverhalten und die Manövrierfähigkeit und damit indirekt auch auf die optimale Einrichtung und Prozessgestaltung im Lager.
- Fahrverhalten: Bei einem Gabelstapler mit Hecklenkung schwenkt das Heck bei Kurvenfahrten und Wendemanövern aus. Das muss bei Fahrtwegen und Gangbreiten berücksichtigt werden.
- Arbeitseffizienz: Gabelstapler mit 3- oder 4-rädriger Hecklenkung sind besonders effizient beim Transport von Standardgrößen und palettierten Lagergütern sowie in geräumigen Lagern mit ausreichend breiten Gängen. Sobald überlange Güter transportiert werden müssen oder häufiges Rangieren und Wenden nötig ist, steigt jedoch der Zeitaufwand und damit sinkt die Effizienz.
Welchen Einfluss hat unwegsames Gelände auf die Gabelstapler-Lenkung?
Die Fahrt über unbefestigtes oder raues Gelände bewirkt bei Gabelstaplern ohne Pendelachsen – wie bei solchen mit Hecklenkung –, dass ein Rad oder mehrere Räder zeitweise keinen Kontakt zum Boden haben. Die Lenkung ist dann weniger vorhersehbar und präzise. Das führt dazu, dass Richtungskorrekturen schwieriger werden und das Risiko für einen Ausbruch des Hecks oder das Kippen des Fahrzeugs steigt.
Verstärkt wird dieser Effekt bei starken Bodenunebenheiten, die zusätzlich den Schwerpunkt des Fahrzeugs verändern. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass nur speziell ausgebildete Personen den Gabelstapler fahren, weil sie die Auswirkungen auf die Sicherheit von Fahrzeug, Last und Menschen in der direkten Umgebung abschätzen und entsprechend reagieren können. Das Manövrieren auf unebenem Gelände mit Hecklenkung ist generell schwierig.
Generell sollten für regelmäßige Geländeeinsätze ausschließlich dafür geeignete Gabelstapler mit Pendelachsen eingesetzt werden.
Sollte ein Unternehmen Gabelstapler verschiedener Lenkarten einsetzen?
Welche Lenkung Sie für die Gabelstapler in Ihrem Unternehmen wählen und ob Sie Modelle mit verschiedenen Lenkarten anschaffen, hängt in erster Linie von den Arbeitsaufgaben und den Standortgegebenheiten ab.
Für gleichbleibende Warengrößen und eine einfache Lagerstruktur mit breiten Fahrtwegen reichen universell einsetzbare Vierradstapler aus, die auch seltene Sonderaufgaben zuverlässig erledigen können.
Gehören zum Unternehmen mehrere Lagerstandorte mit unterschiedlichen Bedingungen oder variieren die Lagergüter sehr stark in Gewicht und Abmessungen, lohnt sich der Aufbau einer Staplerflotte mit verschiedenen Modellen, die verschiedenste Spezialaufgaben effizient erledigen und somit die Wirtschaftlichkeit des Lager- und Produktionsbetriebs deutlich erhöhen können.
Welche rechtlichen und sicherheitsrelevanten Aspekte sind bei der Gabelstapler-Lenkung zu beachten?
Die rechtlichen Grundlagen für den Betrieb von Gabelstaplern sind hauptsächlich in der DGUV Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“ sowie der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) festgelegt. In Bezug auf die Lenkung von Gabelstaplern ergibt sich daraus:
- Die Lenkung und ihre Bestandteile (Lenkanschläge, Pendelachse, Hydraulikanlage) müssen vorschriftsgemäß geprüft und regelmäßig gewartet werden.
- Werden Mängel festgestellt, darf der Stapler bis zur Behebung nicht betrieben werden.
- Prüfungen, Wartungsarbeiten und Reparaturen müssen detailliert dokumentiert werden.
- Das Fahrpersonal benötigt eine offizielle Qualifikation, um den Gabelstapler zu fahren (entweder Schulung oder Staplerschein) und muss speziell für das individuelle Modell (inkl. Besonderheiten der Lenkung bei verschiedenen Bodenbedingungen, Wendekreis, Manövrierverhalten) geschult werden.
Befinden sich mehrere Gabelstapler mit verschiedenen Lenkarten im Unternehmen, muss das Personal beim Umstieg auf eine andere Lenkungsvariante besonders aufmerksam sein. So ist bei der Hecklenkung vor allem auf das Ausschwenken des Hecks und das Kipprisiko zu achten.
Mitunter ist es sinnvoll, zunächst ohne Last und auf einer freien Fläche einige Geradeausfahrten, Wendemanöver und Seitwärtsfahrten zu üben, um sich (wieder) an das veränderte Fahrgefühl zu gewöhnen.
FAQ zur Gabelstapler-Lenkung
Durch die Hecklenkung und den verhältnismäßig kurzen Radstand haben Gabelstapler einen kleinen Wendekreis und können sehr enge Kurven fahren. Das trifft besonders auf Dreiradstapler zu, die nur ein Hinterrad haben, das für die Lenkung direkt angesteuert wird.
Durch die Lenkung des Hinterrads bzw. der Hinterachse wird der Wenderadius minimiert. Gleichzeitig erhöht sich die Stabilität des Fahrzeugs beim Fahren, da die Last hauptsächlich auf der starren Vorderachse liegt.
Bei einem Gabelstapler erfolgt die Lenkung über die bewegliche Hinterachse, während beim Pkw die Vorderachse beweglich und die Hinterachse starr ist.
Für begrenzte Platzverhältnisse eignen sich spezielle Lagerstapler mit Vier- oder Mehrwegelenkung. Die Vierwegelenkung (bei Seitenstaplern) ermöglicht Seitwärtsfahrten ohne das Wenden des Fahrzeugs, sodass auch enge Gänge befahren werden können.
Stapler mit Mehrwegelenkungen (Schubmaststapler) lassen sich in alle Richtungen lenken und ermöglichen mit einzeln steuerbaren Rädern ein sehr präzises Manövrieren unter beengten Platzbedingungen.
Die Hecklenkung ist durch ihren robusten, einfachen Aufbau sehr wartungs- und verschleißarm.
Bildquelle:
© Jungheinrich AG
