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Lesezeit: 5 Minuten

Falls Sie ein Elektroauto besitzen oder im Betrieb Elektrofahrzeuge einsetzen, haben Sie regelmäßig einen Ladestecker vom Typ 2 in der Hand. Hinter der Bezeichnung „Typ 2“ verbirgt sich ein europaweit genormtes Steckersystem zur Ladung von Elektrofahrzeugen. Von anderen Typen unterscheidet sich der Typ-2-Stecker in Belegung, Aufbau und einigen Funktionen. Was den Stecker so besonders macht und warum er sicherer ist als ein CEE-Starkstromstecker, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was ist ein Typ-2-Stecker?

Der Stecker Typ 2 kommt beim Laden von Elektrofahrzeugen zum Einsatz. Er ist für Wechselstrom mit bis zu drei Phasen sowie Gleichstrom mit hoher Spannung ausgelegt, dadurch ist eine besonders schnelle und effiziente Ladevorgänge mit einer Leistung von bis zu 43 kW möglich. Ebenso kann der Typ-2-Ladestecker einphasig bei 220 bis 240 Volt und 16 Ampere Stromstärke an einem Anschluss mit Haushaltsstrom betrieben werden.

Der Name des Steckers stammt aus der Norm IEC 62196  der International Electrotechnical Commission, in der die europäischen Standards für Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen festgelegt sind. Die Regelungen umfassen neben den zugelassenen Steckertypen auch Angaben zu Ladebereichen, Signalisierung und Anwendung der Stecker.

Der Typ-2-Stecker ist heute ausnahmslos der Standard auf dem europäischen Markt, während Typ 1 veraltet ist und Typ 3 bis zu seiner Einstellung hauptsächlich auf dem französischen Markt im Einsatz war.

Ursprünglich wurde der Typ-2-Stecker Mennekes-Stecker genannt, weil das beschriebene Ladesystem von der Firma Mennekes in Zusammenarbeit mit RWE und Daimler entwickelt wurde, um das Laden von Elektrofahrzeugen effizienter und sicherer zu machen. Erst mit der Normung in DIN EN 62196 und IEC 62196 setzte sich die Bezeichnung Typ 2 durch, um den Stecker von anderen Typen abzugrenzen.

Aufbau und Belegung eines Typ-2-Steckers

Der Typ-2-Ladestecker ist ein kompakter, handlicher Stecker. Der runde Querschnitt ist an einer Seite stark abgeflacht, sodass die Richtung zum Einstecken automatisch vorgegeben und der Stecker somit verpolungssicher ist. Er verfügt über sieben Steckkontakte. Fünf davon sind Pole zur sicheren Stromübertragung, wie sie auch beim CEE-Stecker üblich sind. Dazu kommen zwei Kontaktstifte für die Signalübertragung zum E-Fahrzeug.

Daraus ergibt sich für Typ-2-Stecker die folgende Belegung:

  • drei Außenleiter L1, L2 und L3
  • ein Neutralleiter N
  • ein Schutzleiter PE
  • zwei Signalleiter CP und PP
Belegung der Pins eines Typ-2-Steckers

Wie funktioniert ein Typ-2-Ladestecker?

Die Typ-2-Steckerbelegung ist für ein dreiphasiges Stromnetz ausgelegt, in dem die drei Außenleiter für eine schnelle, effiziente Ladeleistung sorgen. Allerdings ist der Anschluss an ein einphasiges Stromnetz problemlos möglich, da die Signalisierung identisch ist. In dem Fall wird nur eine Phase des Steckers genutzt. Wie beim Schuko-Stecker ist auch beim Typ 2 der Schutzleiter da, um gefährliche Spannungen abzuleiten und die Verwendung des Steckers bzw. den gesamten Ladevorgang sicherer zu machen.

Die Besonderheit der Steckerbelegung von Typ 2 sind die beiden Signalpins CP (Control Pilot) und PP (Proximity Pilot). Sie erhöhen die Sicherheit im Vergleich zu einem herkömmlichen CEE-Starkstromstecker erheblich, indem sie Informationen zwischen Ladesäule und Fahrzeug weitergeben und abgleichen.

  • Control Pilot: Über den CP-Kontakt wird eine Kontroll- und Datenleitung verbunden, die dem Fahrzeug Informationen zum maximalen Ladestrom und der Ladestation die Notwendigkeit zum Laden des Fahrzeugs mitteilt. Über diesen Pin können außerdem zeitgesteuerte Ladevorgänge oder vorübergehende Ladepausen realisiert werden.
  • Proximity Pilot: Der PP-Kontakt vermittelt sowohl der Ladestation als auch dem E-Fahrzeug, für welche Stromstärke das Ladekabel ausgelegt ist. Dafür wird zunächst der Widerstand zwischen PE und PP gemessen. Auf Grundlage des Ergebnisses kann sowohl die Ladesäule als auch das Fahrzeug selbst den Ladestrom regulieren.

Für den sicheren Anschluss des Typ-zwei-Steckers an die jeweilige Buchse sorgt eine elektromechanische Verriegelung. Ist der Ladevorgang abgeschlossen, wird automatisch entriegelt. Sollte der Stecker während des Ladevorgangs abgezogen werden, verliert der kurze CP-Pin als erster den Kontakt, woraufhin sowohl das Fahrzeug als auch die Ladesäule sofort den Ladevorgang abbrechen, um Fehlstrom bzw. Fehlspannungen zu vermeiden.

So unterscheidet sich der Typ-2- vom Typ-1-Stecker

Die Unterschiede zwischen Typ 1 und Typ 2 sind auf den ersten Blick nicht allzu groß, doch sie zeigen sich deutlich in den Details. Zunächst fällt auf, dass sich Typ-1- und Typ-2-Stecker in der Belegung stark ähneln. Allerdings:

Typ 1 ist mit nur einem Außenleiter ausgestattet und kann demzufolge ausschließlich im einphasigen Stromnetz genutzt werden.

Typ 2 dagegen kann flexibel für den ein- bis dreiphasigen Betrieb genutzt werden. Null- und Schutzleiter sowie die Kommunikationskontakte CP und PP funktionieren auf dieselbe Weise wie oben für den Typ 2 erklärt.

Typ-2-Stecker: Belegung der Pins im Vergleich zum Typ-1-Stecker

Weitere Unterschiede zeigen sich im Aufbau des Steckers. Das Gehäuse des Typ-1-Steckers ist vollkommen rund. Verpolungssicher ist er dennoch, da die Anordnung der Pins die korrekte Einsteckposition vorgibt. Dazu kommt die Verriegelung, die bei Typ 1 noch vollkommen mechanisch erfolgt. Oben am Stecker befindet sich eine Klinke, die beim Einstecken in eine passende Öse an der Buchse einrastet. Beim Abziehen des Steckers muss die Verriegelung manuell durch Betätigung des Klinkenhebels gelöst werden.

Typ 2 als Standard an europäischen Ladestationen

An einer Ladestation für E-Fahrzeuge finden Sie durchgängig den Typ-2-Standard vor (lediglich Freizeitgeräte wie E-Bikes und -Roller verwenden andere Ladesysteme). Dabei hängt es von der Art der Ladesäule ab, ob Sie ein eigenes Ladekabel brauchen oder nicht. Es gibt zwei Varianten:

  • Ladesäule ist mit einer Typ-2-Dose ausgestattet: Das ist der Regelfall an öffentlichen Ladestationen. Sie brauchen ein sogenanntes Mode-3-Kabel, das an zwei Seiten mit Typ-2-Steckern ausgestattet ist, um eine Verbindung zwischen der Buchse am Fahrzeug und der Steckdose an der Ladesäule herzustellen.
  • Ladesäule ist mit einem Kabel mit Typ-2-Stecker ausgestattet: In diesem Fall können Sie in die Buchse des E-Autos einfach den Typ-2-Stecker der Ladesäule stecken, um das Auto aufzuladen. Diese Lösung wird vor allem für private Ladesäulen, wie zum Beispiel eine Wallbox im eigenen Zuhause, gewählt.

Für ältere E-Autos mit Typ-1-Buchse gibt es Kabel, die jeweils mit einem Typ-1- und einem Typ-2-Stecker ausgestattet sind, sodass sie problemlos an Typ-2-Ladesäulen aufgeladen werden können.

Alle Vorteile des Typ-2-Steckers auf einen Blick

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Typ-2-Stecker in der Pinbelegung CEE- und Typ-1-Steckern ähnelt, doch beiden Steckertypen gegenüber klare Vorteile zeigt:

  • Handliches, kompaktes Design erleichtert die Handhabung
  • CP und PP-Pin erhöhen die Sicherheit durch Kommunikation zwischen E-Fahrzeug und Ladesäule
  • Spannung wird erst zugeschaltet, wenn PP-Kontakt aufgebaut ist
  • Signalgestützte, elektromechanische Verriegelung
  • Flexibler Einsatz bei unterschiedlichen Bedingungen: z. B. Zuhause über Nacht langsames Laden mit Haushaltsstrom; unterwegs an der Ladestation Schnellladung mit Gleichstrom bis zu 400 Ampere
  • Dank Normung an allen Ladestationen europaweit einsetzbar

FAQ über die Belegung von Typ-2-Steckern

Was ist ein Typ-2-Stecker?

Typ 2 ist ein Ladestecker für Elektrofahrzeuge, der das Laden mit Gleichstrom und Wechselstrom mit bis zu drei Phasen ermöglicht. Das Typ-2-Ladesystem ist genormt – der Name stammt aus der entsprechenden IEC-Norm 62196, vorher war Typ 2 als Mennekes-Stecker bekannt – und europaweit Standard für Elektrofahrzeuge und Ladestationen.

Wie sieht beim Typ-2-Stecker die Belegung der Kontaktstifte aus?

Der Typ-2-Stecker hat sieben Pins: Fünf sind zur sicheren Stromübertragung nötig, zwei weitere stellen die Kommunikation zwischen E-Fahrzeug und Ladesäule sicher:
· L1, L2, L3: Außenleiter
· N: Neutralleiter
· PE: Schutzleiter
· CP: Signalleiter Control Pilot
· PP: Signalleiter Proximity Pilot

Wie funktioniert ein Typ-2-Stecker?

Außen- und Nullleiter ermöglichen die Stromübertragung und sorgen im dreiphasigen Wechselstromnetz für eine schnelle, effiziente Ladung. Der Schutzleiter dient der Ableitung von potenziell gefährlichen Fehlströmen bzw. -spannungen.
Die Signalleiter CP und PP tauschen Informationen zwischen E-Auto und Ladesäule aus und erhöhen dadurch die Sicherheit des Ladevorgangs (im Vergleich zu einem herkömmlichen Starkstromanschluss). Über die Pins erfolgt etwa der Abgleich der maximalen Ladeleistung des Kabels; auch der Einsatz eines Timers oder die Regulierung des Ladestroms kann darüber geregelt werden.
Wird die elektromechanische Verriegelung beim vorzeitigen Abziehen des Steckers unterbrochen, wird der Ladevorgang sofort gestoppt, um gefährliche Fehlspannungen zu verhindern.

Wie ist ein Typ-2-Stecker aufgebaut?

Der Typ-2-Ladestecker ist ein handlicher, kompakter Stecker, dessen rundes Gehäuse an der Oberseite abgeflacht ist. Die Einsteckrichtung ist somit eindeutig zu erkennen und der Stecker selbst ist verpolungssicher. Er ist mit sieben Kontaktstiften ausgestattet; die fünf Stromkontakte ähneln denen eines CEE-Steckers, dazu kommen zwei kleinere Kontakte zur Signalübertragung.

Wie unterscheidet sich der Typ-2- vom Typ-1-Stecker?

Typ 1 ist schwerer und unhandlicher als ein Typ-2-Ladestecker. Die Belegung beider Typen ähnelt sich, allerdings hat Typ 1 lediglich einen Außenleiter und ist im Gegensatz zu Typ 2 ausschließlich für einphasige Stromnetze geeignet.
Die Verriegelung des Steckers in der Buchse erfolgt beim Typ-1-Stecker mechanisch über eine Klinke, die manuell bedient werden muss. Bei Typ 2 wird die Verriegelung elektromechanisch über Signale gesteuert.

Sicherheitshinweis: Arbeit mit und an Steckern und elektrischem Strom sollte nur durch qualifizierte Fachkräfte erfolgen!


Bildquellen:

© gettyimages.de – Pradeep Thomas Thundiyil