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In der Logistik werden Industriegüter üblicherweise auf Paletten geladen, um sie zügig bewegen und platzsparend verladen zu können. Damit die Güter während des Transports nicht verrutschen, müssen sie sicher befestigt werden. Die Ware muss so fest auf den Paletten sitzen, dass sie sich nicht bewegt. Einzelne Packstücke sollten eine gut verbundene Ladungseinheit ergeben, die selbst starken Kräften (zum Beispiel beim Bremsen, in engen Kurven, bei Seegang) standhält. Hier kommt Stretchfolie zum Einsatz, die die einzelnen Güter fest miteinander verbindet und sicher auf der Palette befestigt.

Bei sachgemäßer Anwendung ist der Einsatz von Stretchfolie äußerst zuverlässig und hält selbst extreme Belastungen aus. Erfahren Sie, wie Sie Paletten richtig stretchen, welche Palettenstretcher es gibt und welche Richtlinien gelten.

Die passende Stretchfolie zur Ladungssicherung

Paletten stretchen: Mit Folie umwickelte Palette

Damit Sie Transportgüter auf Paletten wirklich sicher einstretchen, sollten sie zwei Faktoren berücksichtigen:

  1. Die Folie muss auf Art und Gewicht der Fracht abgestimmt sein.
  2. Sie muss korrekt angewendet werden.

Grundsätzlich sind verschiedene Stretchfolien erhältlich. Sie unterscheiden sich nicht nur in Materialstärke und Belastbarkeit, sondern sind auch durchsichtig oder getönt verfügbar. Alle Folien bestehen aus dem Kunststoff Polyethylen (PE), der zur Herstellung verschiedener Folienarten verflüssigt und entweder im Blas- oder im Castverfahren zu einer widerstandsfähigen Folie verarbeitet wird. Im Blasverfahren wird das PE aufgrund der ringförmigen Düse zum Folienschlauch, im Castverfahren wird es auf eine Walze gegossen, sodass auch mehrschichtige Folien gefertigt werden können. Die Qualität des verwendeten PE ist abhängig von der molekularen Struktur und entscheidend für die Belastbarkeit der Stretchfolie.

Unabhängig von der Qualität muss jede Stretchfolie bis zur Verfestigungsgrenze vorgedehnt (gereckt) werden, damit Sie die Ware sicher befestigen können. Erst wenn diese Grenze erreicht ist, hält sie hohen Trägheitskräften stand. Bis dahin gibt sie selbst bei geringer Krafteinwirkung nach und ist nicht geeignet, um z. B. Kartons oder Kisten sicher zu transportieren.

Verwenden Sie zur Ladungssicherung bereits vorgereckte Folien. Besonders wenn Sie mit einem Handabroller oder einer einfachen Stretchmaschine ohne Vorreckfunktion arbeiten, sollten Sie zu vorgereckten Folien greifen, denn beim manuellen Palettenstretchen ist nicht sicher, ob die Verfestigungsgrenze wirklich erreicht wird. Beachten Sie: Bringen Sie die Folien per Hand an, schützen Sie Ihre Ladung hauptsächlich vor Staub, Schmutz und Nässe. Mit einer Paletten-Stretchmaschine dagegen bereiten Sie die Güter für einen sicheren Transport vor.

Welche Paletten-Stretchmaschinen gibt es?

Wenn Sie die Folien automatisch an der Ladung anbringen, stehen Ihnen folgende Palettenstretcher zur Auswahl:

System / Palettenstretcher Funktionsweise
Systeme mit Bremswalze• die Stretchfolie läuft zunächst über eine (elektro-)mechanische Bremswalze – diese sorgt für eine konstante Spannung
• die gespannte Folie wird um die beladene Palette auf dem Drehteller gewickelt
• ausschließlich für vorgereckte Folien geeignet
Vorrecksysteme ohne Antrieb• für nicht vorgereckte Folien geeignet
• besteht aus zwei Walzen, die die Stretchfolie vorrecken
• die Spannung der Folie beim Einstretchen entspricht exakt dem Grad der Vorreckung
Vorrecksystem mit Antrieb• zwei oder mehr motorbetriebene Walzen
• die Dehnungskraft zum Einstretchen kann höher als die Vorreckung eingestellt werden
• nur für besonders hochwertige Folien geeignet

Paletten stretchen – so machen Sie es richtig

Sowohl beim automatischen als auch beim manuellen Stretchen von Paletten kommt es auf die richtige Technik an. Verwenden Sie eine Paletten-Stretchmaschine, ist es besonders wichtig, dass Sie die Anlage korrekt konfigurieren. Folgende Parameter sollten Sie unbedingt festlegen:

  • Reckung der Stretchfolie einstellen
  • optimale Anlegespannung berechnen
  • Anzahl der Fuß-, Mittel- und Kopfumwicklungen festlegen

Anleitung für manuelles Stretchen

Beim manuellen Stretchen müssen Sie die richtige Wickeltechnik anwenden. Mit folgenden Tipps können Sie zuerst den Fuß-, anschließend den Mittel- und zuletzt den Kopfbereich sichern:

  1. Fußwicklung:

    Nachdem das Ende der Folie an der Palette festgeknotet wurde, wird dieser etwa acht bis zwölf Mal umwickelt, um die Güter sicher mit der Palette zu verbinden.

  2. Mittelwicklung:

    Wickeln Sie die Stretchfolie spiralförmig vom Fuß nach oben. Die Folienbahnen sollten sich dabei mindestens zur Hälfte überlappen.

  3. Kopfwicklung:

    Sobald das obere Ende der Ladung erreicht ist, wird es vier bis fünf Mal umwickelt.

  4. Kreuzwicklung:

    Anschließend stretchen Sie wieder spiralförmig nach unten, damit der Mittelbereich doppelt gesichert ist und können auch den Fuß noch einmal zusätzlich umwickeln.

Bei der Fußumwicklung ist besondere Vorsicht geboten, denn hier lauert eine der größten Fehlerquellen. Stellen Sie unbedingt sicher, dass der Fußbereich mit einer ausreichenden Anzahl an Umwicklungen gesichert ist, damit die Ladungseinheit sicher mit Flurförderzeugen transportiert werden und sich die Ware auch nach dem Verladen nicht von den Paletten bewegen kann.

FAQ zum Thema Paletten stretchen

Welche Richtlinien gelten für die Ladungssicherung mit Stretchfolie?

In Betrieben kommt immer wieder die Frage auf, ob es wirklich zulässig ist, Paletten zu stretchen. Darauf gibt es eine eindeutige Antwort: Ja. Die Ladung kann nur verrutschen oder beschädigt werden, wenn Fehler beim Einstretchen gemacht werden. Um Waren sicher mithilfe von Stretchfolie zu transportieren und festzulegen, wer für die Ladungssicherung verantwortlich ist, sind daher folgende Richtlinien und Normen verbindlich:
• EU-Richtlinie 2014/47/EU: In der seit dem 20. Mai 2018 geltenden Richtlinie wird festgelegt, dass „alle am Logistikprozess beteiligten Akteure […] für das ordnungsgemäße Verpacken der Ladung und deren ordnungsgemäße Verladung auf ein geeignetzes Fahrzeug zu sorgen“ haben (Absatz 17). Geprüft wird das bei technischen Straßenkontrollen durch zuständige Behörden, die festgelegte Grenzwerte zu Beschleunigungs- und Trägheitskräften als Referenzwert heranziehen (Absatz 16).
EUMOS 40509: Diese Norm für ordnungsgemäße Transportverpackung schreibt vor, dass die elastische Verformung einer Verpackung weniger als 10 Prozent und die permanente Deformation weniger als 5 Prozent betragen darf. Darüber hinaus dürfen sich die Lagen innerhalb einer Verpackungseinheit nicht um mehr als 2 Prozent verschieben. Um das zu überprüfen, wird eine Probepalette auf einer Ladeplattform den horizontalen Trägheitskräften ausgesetzt.
Hinweis: Die Prüfungsergebnisse, die für eine Ladungseinheit mit dem in der EUMOS 40509 beschriebenen Verfahren ermittelt wurden, werden im Rahmen der EU-Richtlinie 2014/47/EU anerkannt.
VDI 3968 Blatt 5: Die VDI-Richtlinie beschäftigt sich mit Stretchfolie zum sicheren Warentransport. Hier finden Sie Hinweise zu verschiedenen Stretchverfahren, Palettenwicklern und -folien sowie Qualitätskriterien, die Ihnen bei der Wahl der geeigneten Folie für Ihre Ladeeinheiten helfen.

Warum ist es wichtig, beim manuellen Palettenstretchen vorgereckte Folien zu verwenden?

Wenn Sie die Folien per Hand anbringen, erreichen Sie nicht den maximalen Dehnungsgrad. Das bedeutet, dass manuell angebrachte, nicht vorgereckte Folien sich beim Transport ausweiten können und die Waren verrutschen können. Mit einer vorgereckten Stretchfolie sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie Ihre Paletten manuell stretchen.

Was sichert die Güter besser: manuelles oder automatisches Palettenstretchen?

Die größte Stabilität erreichen Sie mit einer Paletten-Stretchmaschine, da diese die Folie unmittelbar bei der Anwendung dehnt und deswegen die nötigen Rückstellkräfte entwickelt, um die Ladung zu sichern. Das manuelle Palettenstretchen dient mehr dem Schutz vor Staub, Schmutz und Nässe als dazu, die Güter zu sichern.

Bitte beachten Sie: Die hier erwähnten Vorschriften sind nur eine Auswahl der wichtigsten gesetzlichen Vorgaben. Detaillierte Informationen lesen Sie dazu in den aufgeführten und ggf. weiteren Vorschriftensammlungen und Gesetzestexten nach. Bei der konkreten Umsetzung im Betrieb können und sollten im Zweifel außerdem Sachverständige hinzugezogen werden.

Bildquelle:
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