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Das Handwerk ist die Stütze unserer Gesellschaft. Leider hat die Corona-Pandemie jedoch nicht nur die Bedeutung, sondern auch die Probleme des Handwerks verstärkt. Fachkräftemangel, unbesetzte Lehrstellen, langsam voranschreitende Digitalisierung, Rohstoffknappheit, entscheidender Anstieg der Rohstoffpreise und lange Wartezeiten sorgen nicht nur bei den über 500.000 Handwerksbetrieben in Deutschland für Unmut, sondern letztendlich auch bei den Kunden.

Wir von Jungheinrich PROFISHOP verstehen uns als Partner des Handwerks und wollten uns anhand einer repräsentativen YouGov-Umfrage ein Meinungsbild einholen. Zentraler Aspekt dabei war die Frage, wie die Menschen in Deutschland den Status quo des Handwerks einschätzen. Wir wollten wissen, wie sie bei der Suche nach Handwerkern vorgehen, welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie zu den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Handwerk stehen.

Wen haben wir gefragt?

Frage 1 – Wie wird nach Handwerkern gesucht?

Wenn Sie geeignete Handwerker für ein Projekt oder einen Schaden in Ihrem Innen- oder Außenbereich suchen, welche der folgenden Informationsquellen ist für Sie dabei die entscheidende?

Repräsentative Umfrage - wie wird nach Handwerkern gesucht - Empfehlungen sind für Handwerker sehr wichtig, analoge Mittel werden kaum genutzt

Frage 2 – Was ist der entscheidende Faktor bei der Handwerkerwahl?

Welcher ist für Sie der entscheidende Faktor bei der Wahl geeigneter Handwerker für Projekte oder einen Schaden in Ihrem Innen- oder Außenbereich?

Repräsentative Umfrage - Handwerkerwahl entscheidender Faktor - Empfehlungen und ein professioneller Eindruck sind für die Wahl von Handwerkern entscheidend

Empfehlungen und Online-Präsenz – Erfolgsbasis für das Handwerk

Sowohl bei der Suche als auch bei der letztendlichen Auswahl von Handwerkskräften spielen Empfehlungen eine zentrale Rolle. Zufriedene Kundschaft ist für Handwerksbetriebe das mit Abstand wichtigste Werbemittel, um Folgeaufträge zu erhalten. Wer vor Ort gute Arbeit leistet, braucht demzufolge auch weniger Aufwand in kaum genutzte Werbemittel wie etwa Flyer oder Anzeigen zu stecken. Auch der Preis oder die Wartezeit spielen eine untergeordnete Rolle.

Fast jede dritte befragte Person sucht über das Internet nach Handwerkern. Eine professionelle Online-Präsenz, wie beispielsweise eine eigene Website und ein gepflegter Google-My-Business-Eintrag, ist demnach heute unerlässlich. Wie eine aktuelle Forsa-Umfrage* zeigt, lassen viele Handwerksbetriebe diese Chance jedoch aus, obwohl die Kosten/Nutzung-Rechnung hier vielversprechend ist.

Digitalisierung im Handwerk - Online Präsenz Erfolgsbasis für Handwerk

Frage 3 – Welche Probleme gibt es bei Handwerkeraufträgen?

Haben Sie schon einmal schlechte Erfahrungen im Zusammenhang mit Handwerkern in Ihrem Innen- oder Außenbereich erlebt und wenn ja, welche waren das?

Repräsentative Umfrage - Welche Probleme gibt es bei Handwerkeraufträgen - Über die Hälfte hatte Probleme mit Handwerkern - häufigster Grund Qualität der Arbeit

Um Enttäuschungen vorzubeugen und im Bekanntenkreis weiterempfohlen zu werden, ist es wichtig, dass Handwerker:

  • gewissenhaft auf die Qualität der Arbeit achten, auch unter Zeitdruck.
  • keine unrealistischen Versprechen bei der Zeitplanung machen.
  • transparente Preise ohne versteckte Zusatzkosten berechnen.
  • Schutzmaßnahmen ergreifen, um Verschmutzungen und Defekte zu verhindern.
  • den Kunden gegenüber auch in Stresssituationen kompetent auftreten.

Frage 4 – Meinungsbild zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Buchungsproblemen

Die Digitalisierung im Handwerk bietet Betrieben und ihren Kunden viel Potenzial und wird oft als zu langsam kritisiert. Wir wollten wissen, ob die Deutschen eigentlich befürworten, dass Handwerker digitaler werden. Gleiches gilt für das Thema Nachhaltigkeit. Die Möglichkeiten für nachhaltiges Bauen nehmen zu, doch wünscht die deutsche Bevölkerung sich das überhaupt? Darüber hinaus haben wir auch nachgefragt, wie viele Menschen schon Probleme damit hatten, geeignete Handwerker zu finden.

Die Ergebnisse können Sie in unserer interaktiven Grafik individuell darstellen. Dazu haben Sie bei jeder Frage die Möglichkeit, die Zustimmung nach Region, Alter und Geschlecht anzuzeigen. Über die Pfeile gelangen Sie zu diesen Optionen. Über eine Auswahl in dem Auswahlfeld können Sie die Zustimmungsraten auch in bestimmten Darstellungen miteinander vergleichen. Über „Group by“ können die Antworten gruppiert werden, „Shade by“ sortiert die Antworten und über „Compare“ können sie verglichen werden.

Probieren Sie es einfach aus!

Bildmaterial mit den genauen Zustimmungswerten kann über den Downloadbutton abgerufen werden.

Corona und Co. – Wie geht es dem Handwerk eigentlich?

Die Pandemie hat vielerorts die Prioritäten verschoben. Eine aktuelle Umfrage* des Zentralverbandes des deutschen Handwerks unter 1.500 Handwerksbetrieben zeigt, dass über 60 % der Betriebe Probleme in der Lieferkette haben. Dennoch sind die Auftragsbücher für durchschnittlich neun Wochen gefüllt, oft auch schon mit verbindlichen Preiszusagen. 42 % melden gegenüber dem Mai 2020 Umsatzrückgänge.

Zweifellos eine schwierige Gesamtsituation für die ganze Branche, da es eher an erschwinglichem Material mangelt, als an Aufträgen. 81 % geben sogar an, dass aufgrund der gestiegenen Einkaufspreise bei Rohstoffen viele Aufträge wirtschaftlich unrentabel werden. Maßnahmen wie das Recyceln von Baustoffen könnten das Problem zumindest zu einem gewissen Maß lösen. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer fordert Möglichkeiten zur Preisanpassungen bei öffentlichen Bauaufträgen und eine Verstärkung der Förderprogramme für Neubau und Sanierungen*, eine entsprechende politische Reaktion steht noch aus.

Methodik & Bildmaterial

Der Begriff Handwerk steht stellvertretend für nahezu alle Berufsgruppen, die praktisch mit ihren Händen Dienstleistungen verrichten. Im Rahmen dieser repräsentativen Umfrage haben wir uns zur Eingrenzung und Verwertbarkeit der Daten auf jene Berufe beschränkt, welche Leistungen an Haus/Wohnung oder im Garten bei ihren Kunden vor Ort erbringen.

Die auf dieser Website dargestellten Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von Jungheinrich PROFISHOP. Die Umfrage wurde im Juni 2021 unter insgesamt 2.002 Teilnehmern aus ganz Deutschland durchgeführt. Alle Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Befragung mindestens 18 Jahre alt. Alle Befragten haben im Rahmen ihrer Teilnahme an YouGov-Umfragen ein Geschlecht angegeben, weshalb die Aufteilung der Ergebnisse in männlich und weiblich möglich war.

Auf dieser Website verwenden wir das generische Maskulinum, beispielsweise beim Begriff „Handwerker“. Trotz der Verwendung schließen wir damit alle Menschen gleichermaßen mit ein.

Die auf dieser Website dargestellten Informationen und Grafiken sind unter Verlinkung dieser Website als Quelle zur freien Verwendung stattgegeben.

Der vollständige Datensatz der Umfrageergebnisse kann auf Nachfrage übermittelt werden. Durch Rundungen der Werte können minimale Abweichungen der Gesamtsumme aller Prozentangaben von 100 % entstehen.


Kontakt: Advertising@jh-profishop.de

Quellen:
https://www.handwerk.com/mehrheit-der-handwerker-von-lieferengpaessen-betroffen
https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/kritik-von-verbrauchern-handwerker-nutzen-kaum-digitale-kanaele-183219/
https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-06/lieferengpaesse-materialmangel-handwerker-bau-holz

Bildquellen:
© gettyimages.de – skynesher, miodrag ignjatovic