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Nach Ihrer Entscheidung, die Profi- oder Hobby-Werkstatt aufzulösen, führt Sie eine geschickte Ausführungsplanung zum optimalen Betriebsabschluss. Denn: Mit einer durchdachten Veräußerung aller Vermögenswerte Ihrer Werkstatt, lässt sich die ehemalige Handwerksausstattung weiterveräußern, sodass Sie die Geschäftsaufgabe mitunter sogar verlustfrei bewerkstelligen können. Nach der Werkstatt-Schließung können sie durch die eingenommenen Beträge bestehende Gläubigerrechnungen bezahlen oder den Gewinn in neue Geschäftsideen investieren.

Um den reibungslosen Ablauf der Werkstattauflösung zu gewährleisten, sind neben dem Verkauf aller Vermögensgegenstände auch deren Demontage und Transport zu organisieren. Arbeiten zur Aufbereitung der ehemaligen Werkstatträume oder der Wiedernutzbarmachung gilt es zu planen und abzustimmen. Mit unserem How-To erhalten Sie zweckmäßige Tipps zu einer einfachen und strukturierten Abwicklung Ihrer Werkstattauflösung, damit Sie die Gegebenheiten sicher und entspannt händeln können.

Mit einer Checkliste die Werkstatt geplant und organisiert auflösen

Im Prozess der Werkstattauflösung gibt es viele unterschiedliche Tätigkeiten, die bedacht werden sollten. Zu Beginn ist es daher wichtig, dass Sie Sich einen detaillierten Überblick über Ihre gesamte Werkstattausstattung bzw. die zu veräußernden Vermögenswerte verschaffen. Hierzu ist die Erstellung einer Checkliste mit folgenden Punkten empfehlenswert:

  • Welche materiellen Güter gibt es, was gehört zur Geschäftsausstattung? Dazu gehören beispielsweise Werkzeug, Maschinen, Werkstatteinrichtungen, aber auch Kassen und Kreditkartenautomaten.
  • Gibt es Büromöbel, Computer, Drucker oder eine Pausenraumausstattung?
  • Sind Service-Fahrzeuge vorhanden?
  • Sind Kautionen bei Vermietern, Versorgungsunternehmen oder Steuerbehörden hinterlegt?
  • Können im Voraus bezahlte Versicherungsprämien zurückerstattet werden?
  • Sind immaterielle Güter vorhanden, die zu Preisen unter dem Marktpreis veräußert werden können? Das können gewerbliche Mietverträge oder Verträge mit Lieferanten sein.
  • Sind geistiges Eigentum wie Urheberrechte, Patente und Marken vorhanden?
  • Gibt es verbleibende Forderungen?

Die Auflistung aller Vermögenswerte und die genaue Dokumentation des Verkaufs sind im Nachgang für Ihre Steuererklärung unabdingbar. Abschließende Informationen über Ihre Werkstattauflösung sowie die veränderten Eigentums- oder Besitzverhältnisse sind in Ihre Buchführung aufzunehmen.

In 4 Schritten die Werkstattauflösung abwickeln

Nachdem Sie Sich im Vorfeld einen Überblick über alle materiellen Bestandteile Ihrer Werkstatt verschafft haben, wissen Sie, welche Ausstattungsgegenstände Sie verkaufen können oder zu anderen Zwecken nutzen wollen. Im nächsten Schritt empfiehlt es sich, geeignete Käufer oder Verkaufsplattformen für Ihre Werkzeuge, Maschinen, Hilfsmaterialien und das Werkstattmobiliar zu finden. Gegebenenfalls müssen Sie Sich zusätzlich über die ordnungsgemäße Entsorgung von Gefahrenstoffen informieren, um Farben, Öle oder Schmiermittel beseitigen zu können. Schließlich ist auch der Transport aller Werkstattbestandteile zu planen.

  1. Terminierung und fristgerechte Fertigstellung

    Im ersten Schritt ist eine Terminierung aller anstehender Vorgehensweisen sinnvoll. So stellen Sie sicher, dass die zur Werkstattauflösung notwendigen Maßnahmen fristgerecht erfolgen und Ihnen keine zusätzlichen Kosten durch Verzögerungen oder Verspätungen entstehen. Mit einfachen Mitteln, zum Beispiel einer Excel-Tabelle oder einem Gantt-Diagramm, behalten Sie Ihren Durchführungsplan und die Übergabetermine genau im Blick. Auf diesem Weg vermeiden Sie Extraausgaben für zusätzlichen Miet- oder Lagerzins nach Kündigungsdatum.

  2. Verkauf der Werkstattausstattung

    Um den für Sie höchstmöglichen Gewinn zu erzielen, empfiehlt sich eine Versteigung Ihrer Vermögenswerte aus der aufgelösten Werkstatt. Käufer für Ihre Einrichtungsgegenstände finden Sie, indem Sie Ihre Werkstattausrüstung auf Online-Verkaufsplattformen oder in den lokalen Kleinanzeigen auflisten. Zudem gibt es auch Handelsplattformen, die auf Auktionen der Handwerks-, Bau- und Industrie-Branche spezialisiert sind.

    Sollten Sie über große Industriemaschinen, High-Tech-Ausrüstung oder Vermögenswerte mit beträchtlichem Wert verfügen, ist die Kontaktaufnahme mit einem Unternehmensmakler oder professionellen Industrieauktionator sinnvoll. Dieser organisiert und führt für Sie alle Verkaufsschritte durch, zum Beispiel eine Präsenzversteigerung direkt vor Ort.

  3. Demontage und Transport

    Der Verkauf oder die Versteigerung Ihrer Werkstatteinrichtung über Internetwebseiten erfolgt meist kleinteilig, verspricht damit allerdings eine höhere Auflösungssumme oder einen Reingewinn. Für Sie als Verkäufer ist der Demontage- und Transportaufwand auf diese Art und Weise vermutlich höher: Werkstattmobiliar, Maschinen und Werkzeuge werden von Ihnen als Verkäufer demontiert und an die Käufer versendet. Neben dem zeitlichen Aspekt müssen Sie auch passende Verstau- und Versandmöglichkeiten organisieren.

    Im Gegensatz dazu bietet die Vor-Ort-Auktion den Vorteil, dass Sie keinen zusätzlichen Transportaufwand der Maschinen, des Mobiliars oder der Großwerkzeuge haben: Alle Ausstattungsgegenstände werden umgehend nach Versteigerungsende vom jeweiligen Käufer demontiert und verladen – alternativ werden die Transportdetails mit dem Käufer vereinbart.

  4. Ordnungsgemäße Entsorgung

    Defekte Maschinen oder Werkzeuge, Bodenplatten und nicht verbrauchte Betriebsstoffe müssen der umweltgerechten Entsorgung zugeführt werden. Klären Sie daher im Vorfeld ab, wo Sie Ihre alten Werkstattbestandteile oder Gefahrenstoffe abliefern können. Darüber hinaus ist eine Abholung durch ein zertifiziertes Entsorgungsunternehmen oftmals möglich. Eventuell fallen für die sichere Beseitigung Extrakosten an, über die Sie Sich erkundigen sollten.

    Informationen dazu finden Sie auf den Internetseiten Ihres jeweiligen regionalen Entsorgungsunternehmens oder privaten Schrotthandelsfirmen. Neben Beseitigungsmöglichkeiten für Industrieabfälle und Gefahrstoffe auf Sonderdeponien, werden meist Aufbereitungs- und Recyclingalternativen für diverse Materialien und Betriebsstoffe angeboten.

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