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Atemschutzmasken in den jeweiligen Schutzklassen finden Verwendung an Arbeitsplätzen, an denen schädliche Feinstaubpartikel, giftige Dämpfe oder durch die Luft bzw. per Tröpfcheninfektion übertragene Krankheitserreger ein Gesundheitsrisiko darstellen: Werden die Stoffe (dauerhaft) und ohne Atemschutz eingeatmet, können im Laufe der Zeit schwerwiegende Atemwegserkrankungen entstehen. Einige Partikel können außerdem krebserregend sein oder zu einer Infektion mit Viren oder Bakterien führen.

Atemschutzmasken sind an solchen Arbeitsplätzen immer dann verpflichtend vorgeschrieben, wenn ein bestimmter Grenzwert von Stäuben, Rauch oder Aerosolen in der Atemluft überschritten wird und damit die Konzentration von Schadstoffen zu gesundheitlichen Schäden führen würde. Die jeweiligen Schutzklassen von Atemschutzmasken geben hierzu die Zuverlässigkeit des Atemwegsschutzes und die jeweiligen Anwendungsbereiche vor.

Die Schutzklassen von Atemschutzmasken helfen, die richtige Atemschutzlösung zu finden

Atemschutzausrüstungen gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen: Atemschutzmasken sind unter anderem als Voll- oder Halbmasken, aus Silikon oder Kunststoff sowie mit oder ohne Filtereinlage erhältlich. Grundsätzlich muss vor dem Gebrauch einer Atemschutzmaske die Konzentration der jeweiligen Gefahrstoffe in der Luft durch Messungen oder Referenzwerte ermittelt werden. Die Art und Menge der Schadstoffe in der Luft muss bekannt sein, um daraus die Atemschutzmaske der passenden Schutzklasse ableiten zu können.

In der DGUV-Regal 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ ist die Verwendung von Atemschutzsystemen detailliert beschrieben. Da das Tragen einer Atemschutzmaske eine zusätzliche Belastung für den Arbeiter darstellt, gilt: Die Masken sollten so viel Schutz wie nötig bieten und dabei so wenig belastend wie möglich sein.

Untergliedert werden die Atemschutzlösungen in

  • Masken zur Filterung von Gasen und Dämpfen (Gasmasken) mit Atemregler oder Atemschutzfilter
  • Partikelfilternde Masken, sogenannte FFP-Atemschutzmasken mit oder ohne Ausatemventil

Auch gibt es Kombinationslösungen, die sowohl einen Gas- als auch einen Partikelfilter besitzen. Sie kommen zum Einsatz, wenn gleichzeitig eine Belastung mit Gasen oder Dämpfen sowie mit Partikeln besteht (etwa bei Feuerwehreinsätzen, beim Farbspritzen oder beim Sprühkleben).

FFP-Atemschutzmasken in drei verschiedenen Schutzklassen

Handwerkerin arbeitet mit FFP1-Maske

Atemschutzmasken, die vor Feinstaub, Rauch, Partikelnebeln (Aerosolen), Mikroorganismen, Viren oder Sporen schützen, gehören zu den partikelfilternden Schutzmasken und werden als FFP-Atemschutzmasken bezeichnet (englisch für „Filtering Face Piece“). Die Feinstaubmasken sind nach der DIN EN 149 geprüft und werden je nach Schutzumfang in die Schutzklassen FFP1, FFP2 und FFP3 unterteilt.

Meist bestehen die Atemschutzmasken aus mehreren Lagen Vliesstoff, einer Nasenklammer zum individuellen Anpassen der Maske und Gummibändern, mit denen die Maske hinter den Ohren oder am Hinterkopf befestigt wird. Zusätzlich können die FFP-Atemschutzmasken auch über ein Ausatemventil verfügen oder einen Einsatz für Aktivkohlefilter: Ausatemventile verringern den Atemwiderstand, der beim Tragen einer Atemschutzmaske entsteht und von vielen als unangenehm empfunden wird. Neben der klassischen Variante als Einwegmasken, die nach dem Tragen entsorgt werden müssen, gibt es auch Ausführungen, die nach einem vorgeschriebenen Desinfektionsprozess wiederverwendet werden können.

Neben verschiedenen Ausstattungsmerkmalen, unterscheiden sich die FFP-Schutzmasken in den jeweiligen Schutzklassen auch hinsichtlich der sogenannten Gesamtleckage: Die Leckage bezeichnet Undichtigkeiten, die durch den Sitz der Masken entlang der Nase, der Augen oder des Kinns entstehen können und über die schädliche Partikel eindringen können. Je höher die FFP-Schutzklasse, desto umfangreichere Filtertechnologien müssen zur Senkung der Gesamtleckage vorhanden sein, damit diese den jeweils vorgeschriebenen Wert nicht überschreitet: Je höher die Schutzklasse, desto geringer ist auch die Gesamtleckage.  

SchutzklasseFilterleistung bzw. SchutzwirkungGesamtleckage maximalAnwendung
FFP1Schutz vor ungiftigen und atemwegsreizenden Stäuben bis zu 80 % bei Partikelkonzentrationen, die höchstens das 4-fache des Grenzwerts überschreiten25 %Schleifen, Schneiden und Bohren von Betonstaub, Mauerwerk/ Beton, Eisen, RostReinigung mit auftretendem Staub (z. B. beim Kehren)Einsatz bei Allergien gegen Pollen  
FFP2Schutz vor festen und flüssigen Stäuben, Infektionskrankheiten durch Tröpfcheninfektion, Rauch und Aerosolen, die zur Atemwegsreizungen und langfristigen Abnahme der Lungenelastizität führen können bis zu 95 % bei Partikelkonzentrationen, die höchstens das 10-fache des Grenzwerts überschreiten11 %Schleifen, Schneiden, Bohren von Zement, Holz, Stahl, Farben, LackenSchweißen von Baustahl, ZinkVerarbeitung von Glas- und MineralfasernSchutz bei Allergien, gegen Pollen und Mehlstaub Schutz des Umfelds vor durch Tröpfcheninfektion übertragene Infektionskrankheiten  
FFP3Schutz vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Infektionskrankheiten durch Tröpfcheninfektion, Rauch und Aerosolen, krebserregenden und radioaktiven Partikeln sowie Mikroorganismen und deren Sporen bis zu 99 % bei Partikelkonzentration, die höchstens das 30-fache des Grenzwerts überschreiten5 %  Schleifen, Schneiden, Bohren von hochlegiertem Stahl (Edelstählen)Schweißen von Edelstahl oder Thorium-ElektrodenUmgang mit Dieselruß / RauchArbeiten mit AsbestUmgang mit Viren, Pilzsporen und Bakterien Schutz bei Allergien, gegen Pollen und MehlstaubSchutz des Umfelds vor durch Tröpfcheninfektion übertragene Infektionskrankheiten  

Gasschutzmasken mit Atemwegsschutz in drei Schutzklassen

Atemschutzmasken mit Gasfilter werden je nach Stoffgruppe in verschiedene Gasfiltertypen untergliedert. Auch hier sind drei verschiedene Schutzklassen gegeben. Die Gasschutzmasken schützen in erster Linie vor Gasen und Dämpfen. Je nach Einsatzgebiet werden diese Atemschutzmasken mit einem Atemschutzfilter mit austauschbaren Wechselfiltern oder einem Atemregler verwendet. Die Wechselfilter sind je nach Schutzklasse auch in der Lage, Partikel zu filtern.

Die Gasschutzmasken sind als Halb- oder Vollmasken erhältlich: Bei einer Halbmaske werden Mund und Nase mit der Maske bedenkt. Für einen unter Umständen nötigen Augenschutz, muss zusätzlich eine Schutzbrille getragen werden. Vollmasken verfügen hingegen über einen integrierten Augenschutzschild und bedecken das gesamte Gesicht.

SchutzklasseAnwendung
ABEKleben mit SchwefeldioxidKleben mit Hydrogenchlorid (Salzsäure)  
ABEKAbbeizen mit ammoniakhaltigem AbbeizmittelUmgang mit GülleUmgang mit Gefahrgut / Transport (Schutzstufe ABEK-P3)
ABEP3Schweißen von PU-Beschichtungen und Edelstahl
A1Spritzen mit wasserbasierten Lacken mit RestlösemittelKleben mit lösemittelhaltigem Kleber
A2Streichen mit lösemittelbasiertem LackUmgang mit Waschbenzin / Nitroverdünnung
A2P2Spritzen mit lösemittelbasiertem Lack, KunstharzUmgang mit Pflanzenschutzmittel (organisch, verdampfend)  
KUmgang mit Ammoniak

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