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Wasserhaushaltsgesetz (WHG)

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) dient dem Schutze der Gewässer als Lebensgrundlage der Menschen sowie als Lebensraum für Tiere und als nutzbares Gut.

Allgemeine Informationen zum Wasserhaushaltsgesetz (WHG)

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) wurde geschaffen, um eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung zu gewährleisten. Diese soll zum Schutze des Gewässers als Bestandteil des Naturhaushalts, als Lebensgrundlage für Menschen und Lebensraum für Tiere sowie als nutzbares Gut dienen. Das Gesetz ist unterteilt in verschiedene Bereiche:
  • Bewirtschaftung von Gewässern (oberirdische Gewässer, Meeresgewässer)
  • Bewirtschaftung des Grundwassers
  • Abwasserbeseitigung
  • Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
  • Gewässerschutzbeauftragte
  • Gewässerausbau
  • Hochwasserschutz
  • Wasserwirtschaftliche Planung und Dokumentation
  • Haftung für Gewässerveränderungen
  • Duldungs- und Gestattungsverpflichtungen

Für Unternehmen ist insbesondere das Kapitel zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wichtig – hierauf wird nachfolgend näher eingegangen.

Regelungen im WHG zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Unter die Bezeichnung „wassergefährdende Stoffe“ fallen jene Stoffe, die dazu geeignet sind, die Beschaffenheit des Wassers nachhaltig zu verändern – „dauernd oder in einem nicht nur unerheblichen Ausmaß“. Dies können sowohl flüssige als auch feste und gasförmige Stoffe sein, wie sie in vielen Betrieben gelagert oder eingesetzt werden: Säuren, Laugen, Benzin, Heizöl oder auch organische Lösemittel. In ihrer Wassergefährdung werden die Stoffe in drei Wassergefährdungsklassen eingeteilt:

 

  • WGK 1 = schwach wassergefährdend,
  • WGK 2 = wassergefährdend,
  • WGK 3 = stark wassergefährdend.

Die Bestimmungen zur Einstufung der Stoffe sind in der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe (VwVwS) festgehalten – hier ist auch ein Katalog bereits eingestufter Stoffe zu finden. Schon eine schwache Wassergefährdung muss bei der Verwendung eines Stoffes berücksichtigt werden. Das Wasserhaushaltsgesetz schreibt für den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen Regelungen vor, um die Gewässer nachhaltig zu schützen.

 

Das WHG sieht vor, dass Anlagen zum Lagern, Abfüllen, Herstellen und Behandeln wassergefährdender Stoffe ebenso wie Anlagen zum Verwenden der Stoffe in der gewerblichen Wirtschaft sowie im öffentlichen Bereich so beschaffen sein müssen, dass die Gewässer keine nachteilige Veränderung erfahren. Dies gilt für die Errichtung der Anlagen ebenso wie für die Unterhaltung, den Betrieb und die Stilllegung.

Auffangwannen zum sicheren Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Grundsätzlich sieht das WHG Schutzmaßnahmen vor, die eine sichere Lagerung und Umfüllung der wassergefährdenden Stoffe ermöglichen. Meist beginnt eine solche Maßnahme mit Auffangwannen. Diese verhindern, dass Flüssigkeiten in Gewässer oder Böden eingeleitet werden und fangen sie stattdessen sicher auf, um sie fachgerecht zu entsorgen.

Auffangwannen kommen in unterschiedlichen Ausführungen zum Einsatz, sie bestehen aus Stahl, Edelstahl oder Kunststoff. Je nach Einsatzbereich gibt es verschiedene Varianten:

  • Unterschiedlich große Auffangwannen
  • Stapelbare Auffangwannen
  • Stationäre oder mobile Auffangwannen
  • Paletten-Aufsatzwannen
  • Auffangwannen mit Spritzschutzwand
  • Großvolumen-Auffangwannen und Kleingebindeauffangwannen
  • Flachwannen

Das Auffangsystem muss mindestens 10% der gelagerten Stoffmenge auffangen können, wobei gilt, dass mindestens das Volumen des größten Gebindes aufgenommen werden kann. Je nach Gebiet – etwa in Wasserschutzgebieten – kann diese Regelung auf auch bis zu 100% der Lagermenge angehoben werden. Mindestens 72 Stunden muss das Auffangsystem den wassergefährdenden Stoff sicher aufnehmen können.

Gemäß WHG bestehen im Zusammenhang mit Auffangwannen und im Umgang mit wassergefährdenden Stoffen bestimmte Prüfungspflichten, insbesondere:

  • Regelmäßige Sichtprüfungen (mindestens einmal pro Woche)
  • Inaugenscheinnahme von Auffangwanne und Gitterrost zur Überprüfung des Zustandes alle zwei Jahre
  • Die Auffangwanne muss frei von Wasser und Verschmutzungen gehalten werden
  • Schäden am Oberflächenschutz müssen umgehend beseitigt werden (Korrosion)
  • Regelmäßige Prüfungen (mindestens einmal pro Woche)
  • Prüfergebnisse sind auf einem Protokoll festzuhalten und auf Nachfrage der Wasserbehörde vorzulegen.

Das Auffangsystem muss grundsätzlich auf Leckagen und Schäden hin überprüfbar sein. Der Nachweis, ob ein System dicht ist, kann nicht von jeder Person erbracht werden. Hierzu verweist das Gesetz auf spezielle Fachbetriebe, die eine Eignung zur Fertigung solcher Anlagen nachweisen können.

Unternehmen, die mit wassergefährdenden Stoffen hantieren, sollten sich mit den Anforderungen und Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes auseinandersetzen und müssen den Regelungen und Pflichten Folge leisten.