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Jungheinrich PROFISHOP

Rutschhemmungsklassen

Rutschhemmungsklassen bewerten die Rutschsicherheit von Bodenbelägen. Die Auswahl der Bodenbeläge in der entsprechenden Rutschhemmungsklasse ist notwendig, um eine wirksame Unfallverhütung im Betrieb und öffentlichen Bereich zu gewährleisten.

Rutschsicherheit im Betrieb: Allgemeine Informationen

Die Rutschsicherheit dient der Unfallverhütung im Betrieb. Besteht erhöhte Rutschgefahr, so können Menschen schnell die Kontrolle über ihren Körperschwerpunkt verlieren und fallen. Die Rutschsicherheit wird etwa beeinträchtigt, wenn sich auf dem Boden gleitfördernde Stoffe, wie etwa Wasser, befinden. Dies ist in bestimmten Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen der Fall, wo mit Wasser, Öl oder Fetten gearbeitet wird. Auch Lebensmittel, Speisereste, Staub, Mehl oder Pflanzenabfälle, die arbeitsbedingt auf den Fußboden gelangen, können als gleitfördernde Stoffe die Rutschsicherheit beeinträchtigen.

Ein tritt- bzw. rutschsicherer Bodenbelag reduziert das Risiko des Ausrutschens und trägt damit zur Sicherheit des Personals in einem Betrieb maßgeblich bei.

Einteilung von Bodenbelägen in Rutschhemmungsklassen

Die Rutschgefahr wird in verschiedene Rutschhemmungsklassen unterteilt. Diese sind in der DIN 51130 „Prüfung von Bodenbelägen, Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft; Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr, Begehungsverfahren; Schiefe Ebene“ geregelt.

Der Definition der Rutschhemmungsklassen dient der aus einer Messwertreihe ermittelte mittlere Neigungswinkel. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Bewertungsgruppen, die die Rutschhemmung definieren und deren Grad bestimmen. Beginnend mit der Bewertungsruppe R 9, werden hier Fußbodenbeläge eingeordnet, die den geringsten Anforderungen an die Rutschhemmung genügen. Den höchsten Anforderungen an die Rutschsicherheit genügen Beläge, die der Bewrtungsgruppe R 13 zugesprochen werden.

Nachfolgend eine Übersicht über die verschiedenen Rutschhemmungsklassen:

Klasse                   Neigungswinkel

R 9                   6° - 10°, geringer Haftreibwert

R 10                 > 10° - 19°, normaler Haftreibwert

R 11                 > 19° - 27°, erhöhter Haftreibwert

R 12                 > 27° - 35°, großer Haftreibwert

R 13                 > 35°, sehr großer Haftreibwert

Der Neigungswinkel gibt Aufschluss darüber, bis zu welcher Neigung der Ebene eine Trittsicherheit gewährleistet ist.

  • Die Rutschhemmungsklasse R 9 ist für die normale Anwendung empfohlen. Die Klasse gilt etwa für Innenbodenbelägen in allgemeinen Unternehmensbereichen wie Büros.
  • Die Klasse R 10 empfiehlt sich für barrierefreie Bereiche. Öffentliche Toiletten fallen etwa unter diese Rutschhemmungsklasse.
  • Die Rutschhemmungsklasse R 11 mit einem erhöhten Haftreibwert gilt beispielsweise für Ladeneingänge und Treppen außen oder auch für Küchen in Kindertagesstätten oder Wohnheimen.
  • Mit der Rutschhemmungsklasse R 12 geht ein großer Haftreibwert einher. Die Klasse definiert etwa Krankenhausküchen oder Küchen, in denen mehr als 100 Gedecke täglich über die Theke gehen.
  • Bodenbeläge in Schlachthöfen werden unterdessen in die Rutschhemmungsklasse R 13 eingeordnet, die sich durch einen sehr hohen Neigungswinkel und Haftreibwert definiert.

In Barfuß-Nassbereichen gilt eine andere Einteilung in Rutschhemmungsklassen – hier geben die Buchstaben A, B und C die Einteilung in eine Bewertungsgruppe an:

  • A steht für trockene Böden,
  • B für nasse Böden und
C für Schwimmbäder.

Rutschhemmungsklassen: Bewertung der Rutschgefahr

Die Bewertung der Rutschgefahr ist Grundlage für die Einteilung von Bodenbelägen in unterschiedliche Rutschhemmungsklassen. Ihr liegen nachfolgende Kriterien zugrunde:

 Häufigkeit, wie oft ein gleitfördernder Stoff auf dem Boden auftritt und verteilt wird

  • Art und Charakteristik des gleitfördernden Stoffes
  • Durchschnittlicher Grad der Verunreinigung des Bodens durch diesen Stoff (Menge des Stoffes)
  • Sonstige bauliche oder organisatorische und verfahrenstechnische Verhältnisse.


Klassifizierung des Verdrängungsraumes

In der Regel erfordern Bodenbeläge in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit hoher Rutschgefahr, die durch große Mengen an gleitfördernden Stoffen verursacht wird, auch größere Verdrängungsräume. Diese sind durch den Buchstaben „V“ gekennzeichnet und stehen in Verbindung mit einer Kennzahl, die das Mindestvolumen des Verdrängungsraumes festlegt. Auch die Klassifizierung des Verdrängungsraumes ist in der DIN 51130 „Prüfung von Bodenbelägen, Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft; Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr; Begehungsverfahren; Schiefe Ebene“ geregelt.

 

Nachfolgend eine Übersicht über die einzelnen Klassen und das jeweilige Verdrängungsvolumen:

Klasse                  Mindestvolumen des Verdrängungsraumes (cm³/dm²)

V4                    4

V6                    6

V8                    8

V10                 10

Rutschhemmungsklassen: Auswahl geeigneter Bodenbeläge

Rutschhemmende Fußbodenbeläge müssen entsprechend der jeweiligen Rutschhemmungsklasse ausgewählt werden. Sie sind der beste Garant für eine wirksame Unfallverhütung. Die Bewertungsgruppen dienen jedoch als Mindestanforderungen, die für öffentliche Bereiche und Betriebe gelten. Es bedeutet jedoch nicht, dass bei Verwendung der vorgeschriebenen Bodenbeläge keinerlei Rutschgefahr mehr besteht.

 

Je nach Anforderung können verschiedene rutschhemmende Bodenbeläge zum Einsatz kommen. Dabei kann es sich um feinraue, raue oder profilierte Bodenbeläge handeln, zum Beispiel:

  • Keramische Platten
  • Natur- und Betonsteinplatten
  • Bodenbeläge aus Holz
  • Estriche aus Mineralbestandteilen
  • Kunstharzbeschichtungen und Kunstharzestriche
  • Kunststoffroste
  • Glasplatten
  • Metallroste und Metallbleche
  • Elastische Bodenbeläge
  • Rutschsichere Bodenmatten.

Die Auswahl der geeigneten Bodenbeläge stellt sich sowohl bei der Neuplanung von Arbeitsräumen ebenso wie beim Umbau. Es ist wichtig, bei der Entscheidung für einen Bodenbelag nicht nur die Rutschfestigkeitsklassen im Blick zu haben, sondern auch die sonstigen Anforderungen, die an den Belag gestellt werden. So etwa sollte je nach Bereich auch sichergestellt sein, ob der Bodenbelag die erforderliche mechanische Festigkeit mitbringt, eine Beständigkeit gegen chemische oder physikalische Einwirkungen oder Robustheit in Bezug auf den Raddruck von Flurförderzeugen.

Weitere Informationen über die Anforderung an Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr sind der Berufsgenossenschaftlichen Regel BGR 181 zu entnehmen, auf die nachfolgend weiter verwiesen wird:

http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgr181.pdf